Höchstleistung am Gletscher

Am Fuße des Tiefenbachferners, einem Gletscher in den Ötztaler Alpen, entstand auf knapp 3.000 m Höhe der künstliche Speichersee „Panorama“. Er wird ab 2011 das Wasser für eine Beschneiungsanlage liefern. Für das Becken wurden 270.000 m³ Granit aus dem Berg gesprengt, davon 120.000 m³ von einem Kleemann Brecher gebrochen und von einem Hamm-Walzenzug 3520 HT mit GPS-Navigator zu einem Damm verdichtet.

Die Klimaerwärmung ließ den Gletscher im Ötztal in den vergangenen 40 Jahren kontinuierlich schmelzen; jedes Jahr einen Meter. „Technischer Schnee“ soll diesen Prozess künftig stoppen – hergestellt aus dem Wasser, das sich im neuen Speichersee sammelt. Der größte künstliche See Österreichs mit 405.000 m³ Volumen, 17 m Wassertiefe und 35.000 m² Wasseroberfläche entstand, indem man Granit aus dem Berg sprengte. Brecher, darunter ein mobiler Kleemann-Backenbrecher MC 110 R, zerkleinerten das Gestein direkt vor Ort auf die Korngröße 0/160. Per Muldenkipper gelangte der Baustoff wenige Meter weiter zum Hamm-Walzenzug, der den neuen Damm in bis zu 45 Lagen à 50 cm Dicke herstellte.

GPS-Navigator: Flächendeckende Verdichtungskontrolle ganz leicht

Zum Nachweis der Verdichtung war der Walzenzug ausgestattet mit dem HCQ GPS-Navigator. Bauleiter Alexander Hauser von der Bauunternehmung Hilti & Jehle aus Vorarlberg hatte sich bewusst für diese Technologie entschieden: „Bei dem Projekt war die flächendeckende Verdichtungskontrolle zwingend vorgeschrieben. Auf diesem Sektor bietet Hamm mit dem GPS-Navigator als einziger Hersteller eine einfach handhabbare Lösung.“ Das System misst kontinuierlich die Verdichtung und verknüpft die Messwerte mit der Position. Daraus entsteht eine „Verdichtungslandkarte“. Auf ihr erkennt der Fahrer den Grad der Verdichtung und die Anzahl der gefahrenen Übergänge. Nach der Verdichtung jeder Lage hat Ingenieur Hauser die Daten per USB-Stick ausgelesen und gespeichert. „Der HCQ GPS-Navigator liefert eindeutige, sofort nachvollziehbare Daten. Das erleichtert die Dokumentation erheblich“, lobt der Bauleiter das System.

Hammtronic: Auch bei Extrembedingungen zuverlässig

Der 20 t-Walzenzug auf dem Damm war außerdem ausgerüstet mit der „Hammtronic“. Das Motormanagement-System überwacht sämtliche Motor und Fahrzeugfunktionen und passt Vibration und Fahrgeschwindigkeit an die Einsatzbedingungen an. Die Hammtronic reagiert dabei auch auf Umweltfaktoren und regelt die Maschinenparameter entsprechend. In der großen Höhe kristallisierte sich das als wichtiger Pluspunkt heraus, wie Ing. Hauser berichtet: „Während der Bauzeit haben uns etliche Maschinen mit Motorausfällen zu schaffen gemacht. Die Geräte der Wirtgen Group dagegen haben trotz großer Höhe bei geringem Luftdruck kontinuierlich durchgearbeitet.“

Grosse Höhe – kleine Baufenster

Die Bausaison ist kurz in hochalpinen Regionen. In „guten Baujahren“ kann man auf rund 3.000 m Höhe 5 Monate arbeiten. Den Rest des Jahres vereiteln Schnee und Eis weitere Aktivitäten. Eine zusätzliche Herausforderung ist der Transport: Alle Maschinen und Geräte, alle Betriebsstoffe und Ersatzteile müssen mühsam in die große Höhe gebracht werden. Da sind zuverlässige und sparsame „Dauerläufer“ gefragt, um die Bauprojekte wirtschaftlich und termingerecht abzuwickeln. Der Speichersee Panorama entstand in zwei „Bausommern“. Nach dem Start im späten Frühjahr 2009 begann Hilti & Jehle im Sommer mit dem Dammbau. Zwei Monate konnte die Hamm-Walze arbeiten, dann kam der Winter. 2010 war der Walzenzug mit GPS-System rund fünf Monate im Einsatz – natürlich nicht durchgehend, denn immer wieder gab es wetterbedingte Unterbrechungen, wie zum Beispiel 60 cm Neuschnee Anfang September. Insgesamt hat der Walzenzug 3520 HT in etwas mehr als 20 Wochen „Netto-Bauzeit“ etwa 120.000 m³ Granit verdichtet. Der harte Granit fordert Brechern einiges ab. Weil Hilti & Jehle mit der Leistung ihres vorhandenen Gerätes unzufrieden war, mieteten sie zusätzlich einen Kleemann MC 110 R. Die mobile Anlage überzeugte bereits durch den einfachen Transport. Wirklich beeindruckend war die Spitzenleistung im Betrieb bei einem Verbrauch von nur 20-25 l/h sowie die hohe Endproduktqualität. Jede Stunde verarbeitete der Brecher, abhängig von der Aufgabesieblinie, 200 t - 350 t gesprengten Materials. Herrmann Almer von Wirtgen Österreich betreute das Projekt erfolgreich: „Die Leistungsfähigkeit war so überzeugend, dass der Kunde das Leihgerät übernommen hat.“

Die Baustelle: Tiefenbachferner, Ötztaler Alpen

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