Recycling in der Megacity

Die Avenida Sapopemba ist die meistfrequentierte Straße São Paulos und eine der Hauptverkehrsadern des Landes. Nun wurde sie ressourcenschonend saniert. Im Einsatz: Wirtgen KMA 220 und Kleemann MR 110 Z EVO.

Wie jede große Metropole ist auch São Paulo von tiefgreifenden Urbanisierungsprozessen betroffen, in deren Folge täglich bis zu 16.000 t Bauschutt anfallen. Im Rahmen des Straßeninstandsetzungsprogramms des 17.000 km langen Straßennetzes fallen zusätzlich monatlich bis zu 20.000 m³ Asphaltmaterial an, das in der Vergangenheit auf Mülldeponien gelagert wurde. Um dem entgegen zu wirken, schuf die Stadt eine gesetzliche Grundlage, wonach Fräsgut und Bauschutt für den Neubau von Straßen zu nutzen sind. Die hundertprozentige Wiederverwertung des Ausbaumaterials und dessen kosteneffektive Aufbereitung sowie die enorme Zeitersparnis machen das Kaltrecycling-Verfahren besonders attraktiv. Auch die Stadtverwaltung São Paulos entschied sich bei der aktuellen Instandsetzung des 5 km langen Streckenabschnitts – zwischen der Avenida dos Sertanistas und der Rua Bento Guelfi – für das Recycling-Asphalt Pavement (RAP) mit Schaumbitumen. „Ein Novum in der innerstädtischen Straßensanierung Brasiliens, denn bis dato wurde das RAP lediglich für den Bau neuer Fahrbahnen in der Peripherie der Städte genutzt“, erklärt Antonio Monfrinatti, Geschäftsführer bei Reciclotec, Händler der Wirtgen Group in São Paulo.

Wirtgen KMA 220 und Kleemann MR 110 Z EVO legen Grundstein

Um die Bau- und Recyclingstoffe sowie das Fräsmaterial zu bearbeiten, errichtete das lokale Straßenbauunternehmen Fremix (ANE-Group) einen in direkter Baustellennähe gelegenen Recyclingpunkt. Dort spielten die Wirtgen Group Maschinen ihre ganze Leistungsfähigkeit aus. So brach der mobile Prallbrecher MR 110 Z EVO von Kleemann Bauschutt, der unter anderem aus Gebäudeabrissen resultierte, in vorgegebene Korngrößen. Dank des neuen Materialflusskonzepts bereitete der Prallbrecher das Material für die weitere Nutzung schnell und zuverlässig auf. Für die Herstellung des RAP setzte Fremix auf das Kaltrecycling „in-plant“, das heißt der durch eine Wirtgen Kaltfräse W 1000 F abgetragene Asphalt wurde in einer mobilen Anlage – der Wirtgen KMA 220 – unter Zugabe von Schaumbitumen aufbereitet und anschließend wieder in die Fahrbahn eingebaut. „Bei der Herstellung des hochwertigen Kaltmischguts aus den Recycling-Baustoffen überzeugte die Anlage mit ihrer hohen Mischleistung von bis zu 220 t/h“, zieht Valmir Bonfim, Ingenieur bei Fremix, ein positives Fazit. Umweltfreundlich war die KMA 220 in jeder Hinsicht: Zeitintensive Fahrten der Lkw zwischen Mischgut-Produktion und Baustelle wurden auf ein Minimum reduziert – so konnte bei einer Leistung von 200 t/h alle sechs Minuten eine vollständige Lkw-Ladung mit 20 t Kaltrecyclingmischgut produziert und gleichzeitig der CO2-Ausstoß reduziert werden.

Ein wegweisendes Projekt in Lateinamerika

Mit dem effizienten Kaltrecycling-Verfahren und dank des guten Zusammenspiels der Wirtgen Group Maschinen konnte das Projekt in São Paulo in kürzester Zeit erfolgreich abgeschlossen und die Avenida Sapopemba wieder für den fließenden Stadtverkehr freigegeben werden. Mit der Baumaßnahme hat die Stadtverwaltung der brasilianischen Metropole einen Meilenstein in der innerstädtischen Straßensanierung gesetzt, der auch in anderen lateinamerikanischen Großstadtzentren Schule machen könnte

Die Baustelle: Avenida Sapopemba, São Paulo

Ansprechpartner

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